Aus zwei wird eins

Experten- und Anwenderkongress für die Laboranalyse

Unter dem Motto „Gemeinsam können wir mehr erreichen“ hat der Messtechnikhersteller Analytik Jena aus zwei Events eine Veranstaltung gemacht und Ende Juni erstmals zu den „Analytik Jena Days“ nach Idstein eingeladen.

© WBM/SKO

Die Teilnehmer hatten die Wahl: „Analytische Tage“ oder „Life Science Conference“. Bei beiden Themensträngen sprachen Referenten über Technologietrends, Zukunftsthemen und eigene Erfahrungen in der Laboranalyse. Dr. Anja Dreyer, Laborleiterin bei Honeywell Specialty Chemicals Seelze, gab z. B. einen Einblick in die Analytik bei Honeywell in Seelze und stellte ein Projekt vor, bei dem für die American Chemical Society (ACS) Messungen am ICP-OES PQ9000 (Analytik Jena) durchgeführt wurden. Dominic Brucker vom Institut für Analytische und Bioanalytische Chemie der Uni Ulm zeigte Möglichkeiten der Graphitofen-AAS, mit der sich Metallgehalte schnell quantifizieren lassen – auch solche in der Größe von Nanopartikeln. – Daniel Bäcker von der Universität Innsbruck erläuterte, wie die High-Resolution Continuum Source AAS in der Entwicklung von metallbasierten Tumortherapeutika eingesetzt werden kann.

Beim Ölspezialisten Berndorfer GmbH fließen auch Ergebnisse des ContrAA 300 (Analytik Jena) mit in die (Maschinen-)Ölanalyse ein, so Geschäftsführer Reiner Berndorfer. – Dr. Marc Wiechers und Matthias Ehrhardt von der Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen, gaben einen Einblick in die Qualitätssicherung ihrer petrochemischen Produkte und beschrieben u. a. die Vorgehensweise bei der Schwefelbestimmung. – Marco Hanke vom Unternehmen Hoppecke Batterien führte Einsatzgebiete der ICP-OES im eigenen Zentrallabor auf, so z. B. das Aufspüren von Verunreinigungen in Materialien für Batterien. – Dr. Heinz-Ludwig Eckes von Envirochemie verglich am Beispiel pharmazeutischer und anderer Industrieabwässer TOC- und TN-Werte mit organischen Einzelkomponenten und Summenparametern.

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Themenstrang Life Sciences

Prof. Dr. Michael W. Pfaffl von der TU München stellte die MIQE-Guidelines zur Methodenoptimierung und Standardisierung in der Real-time-PCR vor und gab ein Update zu frei erhältlichen, zugehörigen Apps und iBooks. – Prof. Dr. Ralf Ehricht vom Leibniz-IPHT Jena beschrieb moderne molekulare Methoden in der mikrobiologischen Diagnostik. – Dr. Alexander Herbig vom MPI für Menschheitsgeschichte stellte dar, wie in der Archaeogenetik gearbeitet wird, um z. B. ein Pathogen-Screening in archäologischem Material wie Knochen oder Zähnen durchzuführen.

Prof. Dr. Axel Brakhage vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie warnte vor dem Anstieg invasiver Pilzinfektionen, da Diagnostik und Therapie hier zu wenig untersucht würden. Aktuelle Diagnoseverfahren lieferten die Ergebnisse häufig zu spät und seien nicht zuverlässig, so Brakhage. Am Beispiel von A. fumigatus erläuterte der Mikrobiologe, wie die serologische Proteomanalyse (SERPA) genutzt werden könne, um neue diagnostische Möglichkeiten zu entwickeln. Während die klassische Analytik auf Proteinen basiere, könne man in der Zukunft T-Zellen zählen, sie isolieren und auf das untersuchen, was sie „gesehen“ hätten.

Einen Vergleich verschiedener Sequenziertechniken zog Prof. Dr. Jörn Kalinowski von der Universität Bielefeld. Er stellte insbesondere die Nanoporen-Sequenzierung mit der Möglichkeit zur Long-Read-Sequenzierung und damit zur Analyse vollständiger Genome, Metagenome und epigenetischer Modifikationen vor. – Aus der täglichen Praxis und den derzeit häufig nachgefragten Sequenziertechnologien berichtete Dr. Bernd Timmermann von der Sequencing-Core-Facility des MPI für molekulare Genetik und spiegelte so den Status-Quo der Laboranalytik in seinem MPI wider.

Analytik Jena Science Award

Der zweite Tag wartete mit Workshops zu Anwendungen in „Material Analysis“, „Environmental & Pharma“ und „Life Science“ auf. Außerdem wurden die ersten beiden „Analytik Jena Science Awards“ vergeben. Dr. Carlos Abad von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erhielt einen Award für die Bestimmung von Bor-Isotopenverhältnissen mit dem Continuum Source High Resolution Atomabsorptionsspektrometer ContrAA (Analytik Jena) im Graphitrohrofen. Durch dessen Nutzung ist es erstmals gelungen, ein Isotpenverhältnis mittels AAS zu bestimmen. – Natalie Rangno untersuchte mit ihrem Team die Bedeutung der automatisierten DNA-Extraktion für die Diagnostik von holzzerstörenden Pilzen im Bereich des Holz- und Bautenschutzes. Als Ergebnis der Arbeiten entstand ein automatisiertes Extraktionsverfahren mit der Aufreinigungschemie und der Plattform Innupure C16 (Analytik Jena), die es ermöglicht, Pilz-DNA aus Praxisproben zu isolieren und anschließend für die Diagnostik zu nutzen.

Dr. Stephanie Konle, Dr. Barbara Schick, LABO

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