HPLC-Tipp

SFC – die richtige Anlage

Der Fall
Der Anwender ist davon überzeugt, dass SFC in seinem Laborbereich unbedingt zum Einsatz kommen soll. Budget ist vorhanden und der Anwender hat die Qual der Wahl, welche Anlage angeschafft werden soll. Wie sollte man in einem solchen Fall vorgehen?

Bild 1: Agilent 1290 mit SFC-Modul (Quelle: Agilent/Terry Berger).

Die Lösung
Wenn eine aktuelle Anlage der 1200er Serie der Firma Agilent vorhanden ist, kann man diese auf einfache Art und Weise „SFC-tauglich“ machen. Agilent bietet ein SFC-Modul an. Dies ist ein Zusatzmodul, das speziell für Agilent entwickelt wurde, welches mit entsprechender Software-Steuerung – übrigens auch mit jeder anderen analytischen HPLC-Anlage - funktionieren soll. Das SFC-Modul bereitet das CO2 für die Förderung mit der HPLC-Pumpe vor und sorgt für die benötigte Rückdruckregulierung im System. Die ursprüngliche Anlage kann dabei sowohl als HPLC- als auch SFC-Anlage (Hybrid-System) genutzt werden.

Wenn ein permanentes SFC-System angeschafft werden soll, empfehlen sich mehrere Anbieter, die inzwischen ausgereifte Komplettanlagen anbieten. Dabei muss man entscheiden, ob ein einfaches Gradienten-System, ein Methodenentwicklungs-System mit Säulenschaltventil oder sogar ein System mit Parallel-Trennungen erforderlich ist.

Bild 2: Waters UPC2-System (Quelle: Carsten West, Waters).

Jasco und Waters (THAR) bieten SFC-Systeme mit „traditioneller“ SFC-Technik an, die durch Zusatzmodule mit Säulenschaltventilen erweitert werden können. Waters bietet zusätzlich noch das sogenannte UPC2-System (Ultra Performance Convergence Chromatography), eine Kombination aus UHPLC und SFC, an. Die Firtma Sepiatec bietet sogar ein SFC-System an, mit dem man die Proben pa-rallel auf acht verschiedenen Trennsäulen mit getrennter UV-Datenaufnahme gleichzeitig analysieren kann.

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Neben den genannten Herstellern gibt es aber auch noch andere Anbieter, die für die Auswahl einer Anlage interessant sein können.

Das Fazit
Die Auswahl der „richtigen“ Anlage hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Soll eine vorhandene Anlage SFC-fähig aufgerüstet werden, um sowohl HPLC, z.B. für validierte Methoden, als auch SFC anwenden zu können?
  • Soll eine zusätzliche SFC-Anlage zur Erweiterung der Möglichkeiten parallel zur HPLC eingesetzt werden?
  • Sollen einfache Trennungen, Methoden-Screening oder sogar parallele Analysen durchgeführt werden?
  • Ist eine spezielle Detektion notwendig?

Für alle individuellen Anforderungen gibt es geeignete Geräte, und die meisten Hersteller bieten auch eine Kopplung mit speziellen Detektoren wie Massenspektrometer (MS), Lichtstreudetektor (ELSD) oder Corona-Detektor, etc. an. Man sollte sich vor der Anschaffung auf jeden Fall von den verschiedenen Anbietern beraten lassen und, wenn möglich, eine Demo mit einer eigenen Probe vereinbaren.

Die Kosten für eine SFC-Umrüstung, bzw. -Anlage, bewegen sich zwischen 70 000,– und 120 000,– € – ohne Spezialdetektor.

Heinz-Günter Döteberg

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