Diskussion um altersgerechten Arbeitsplatz

Ergonomie und Demographie im Labor

Das Fachsymposium von Waldner Laboreinrichtungen hat sich dieses Jahr mit dem Thema „Ergonomie und Demographie im Labor“ beschäftigt. Dabei wurde schnell deutlich, dass diese Aspekte bei einer verantwortungsvollen und zukunftsorien-tierten Laborplanung auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben sollten.

Jérôme Lutz (UnternehmerTUM), Fritz Hüblein (Lab Design), Alois Ries (BASF), Bettina Römerscheidt (Steelcase) und Rüdiger Leesten (Waldner Laboreinrichtungen) (von links nach rechts) führten auf dem Podium die Diskussion um den altersgerechten Arbeitsplatz. © Waldner Laboreinrichtungen

„Sitzen ist das neue Rauchen.“ „Arbeit war früher linear – heute ist sie kreativ.“ „Jeder braucht den Arbeitsplatz, der gerade zu seiner Arbeitslebensphase passt.“ – so oder so ähnlich könnten einige der prägnanten Erkenntnisse dieser Veranstaltung lauten. Jeder einzelne Vortrag machte deutlich, wie wichtig es ist, die Voraussetzungen für gesundes Älterwerden am Arbeitsplatz zu schaffen. Besonders eindrucksvoll zeigten das die Vorträge von Fraunhofer und der PH Heidelberg.

Die heutige Arbeitswelt stellt hohe Anforderungen an die Urteils- und Entschei-dungsfähigkeit. Neben jungen Nachwuchsfachkräften sind deshalb auch ältere Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung und persönlicher Reife wichtig. Ein Team, in dem junge leistungsfähige Laboranten mit erfahrenen Kollegen zusammenarbeiten, scheint sich optimal zu ergänzen. Will man die Aspekte der Ergonomie und Demographie berücksichtigen, gestaltet man die Arbeitsplätze im Labor so flexibel, dass die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden können. Ist z.B. Stehen am Arbeitsplatz möglich, oder gibt es Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten? Lässt man Platz für Kreativität ebenso wie für Routine? All dies trägt schon wesentlich zur Zufriedenheit und Produktivitätssteigerung bei. Die Kür ist es dann noch, die Mitarbeiter entsprechend ihrer „Lebensphase“ in der Arbeitswelt einzusetzen.

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Eindrücklich zeigte auch der Vortrag eines Referenten der PH Heidelberg, dass Bewegung am Arbeitsplatz extreme Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter hat. Im Labor gibt es sehr viele sitzende Tätigkeiten. Den Mitarbeitern sollte deshalb die Arbeitsumgebung so flexibel gestaltet werden, dass mehr Bewegung in den Arbeitsalltag einfließt und das konstante Sitzen unterbrochen wird. Dies scheint wesentlich dazu beizutragen, gesünder zu altern.

Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass wir künftig wahrscheinlich länger als bis zum 65. Lebensjahr arbeiten werden, dass wir bei der Arbeit nicht mehr an einen Ort gebunden sein werden und dass wir in schneller wechselnden und internationalen Teams zusammenarbeiten werden. Das Labor muss die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen, um diesen teils heute schon präsenten Anforderungen gerecht zu werden.

Je flexibler und kreativer die Arbeitsumgebung im Labor ist, desto kreativer sind die Menschen, die darin arbeiten. So wurde in einem Vortrag von Steelcase aufgezeigt, wie sehr sich Räume auf Verhalten auswirken und wie dies wiederrum die Kultur eines Unternehmens prägt.

Die Konkurrenz um gut ausgebildete Fachkräfte wird für Arbeitgeber immer deutlicher spürbar. Ein internationales Team, eine spannende Forschungsaufgabe und ein attraktiver Arbeitsplatz stehen für immer mehr Fachkräfte bei der Wahl des neuen Arbeitgebers im Vordergrund. Auch veränderte Arbeitsformen wie "agiles Arbeiten" verändern die Arbeitsumgebung. Fast alle Referenten kamen zu dem Schluss, dass die Arbeitsweise und die Arbeitsumgebung in einem direkten Zusammenhang stehen.

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