Netzwerk für KMU und Forschungseinrichtungen aus der Region Berlin-Brandenburg

Bio-PAT: Netzwerken für Fortschritte in der Bio-Prozessanalytik

Prozessanalytische Technologien (PAT) speziell für Bioprozesse wollen die Akteure im Netzwerk Bio-PAT weiterentwickeln.

Geschäftsführerin des Bio-PAT e.V. Dr.-Ing. Anika Bockisch und Prof. Dr. Peter Neubauer von der TU Berlin. © Knauer

Unter dem Veranstaltungstitel „Aktuelle Entwicklungen in PAT und Softsensor-Technologien“ folgten im Dezember rund 50 Anwender und Interessierte der Einladung des in Berlin ansässigen Bio-PAT-Kooperationsnetzwerks zu einem Workshop-Treffen in die Räumlichkeiten der Knauer Wissenschaftliche Geräte GmbH. Nach einer Einführung in das Netzwerk Bio-PAT und das gastgebende Unternehmen konnten sich die Teilnehmer bei einer Hausführung einen Eindruck von der hochpräzisen Teilefertigung, der modernen Geräte-Montage und des Labors von Knauer machen. Besondere Beachtung bei den Teilnehmern fand die Tatsache, dass ein mittelständisches Unternehmen eine so hohe Fertigungstiefe besitzt und seine Labormessinstrumente fast komplett in Berlin herstellt.

Im weiteren Verlauf referierten Mitglieder des Netzwerks über Chromatographiesysteme, über Sensoren für die Gasanalytik mit ionenselektiven Elektroden, über direkt im Prozess anwendbare (in-situ) optische Systeme sowie deren Bedeutung für die Prozessanalytik. Weitere Themen waren die Chemometrie, aber auch die Interpretation und Verwertung von komplexen Analysedaten. „Die Flüssigkeitschromatografie ist unsere Leidenschaft und Kernkompetenz. Weil Chromatografie in der Prozessanalytik eine wichtige Rolle spielt, sind wir natürlich auch Mitglied des Netzwerks. Wir sehen darin eine Chance, uns mit den vielen Anwendern auszutauschen und unsere Expertise einzubringen.“, hielt Alexandra Knauer, Geschäftsführerin von Knauer, fest.

Anzeige

Eine Technologie, die sich durch mehrere Beiträge zog, war die sogenannte Softsensor-Technologie. Hierbei handelt es sich um eine Art virtuellen Sensor für eine Messgröße, die real nicht oder nur sehr schwer zugänglich ist. Mit Hilfe von leichter bestimmbaren bzw. überhaupt messbaren Messgrößen, die über Modelle mit schwer zugänglichen Größen in Korrelation gebracht werden, kann über einen Algorithmus der schwer zugängliche Messwert indirekt ermittelt werden. Bioprozesse verhalten sich oft komplex und können von intelligent kombinierten Sensoren daher profitieren.

Die Vorträge bildeten den inhaltlichen Rahmen für die angeregten Diskussionen und den intensiven Gedankenaustausch der Teilnehmer. „Unser Verein möchte Anwender, Forscher und Technologieanbieter auf dem Gebiet der Bioprozessanalytik ins Gespräch bringen. Das ist heute wunderbar gelungen! Ich glaube, dass dieser Tag hier sehr hilfreich ist für die Anbahnung neuer Zusammenarbeit. Ich bin sehr zufrieden.“, sagte Netzwerkmanagerin und Geschäftsführerin des Bio-PAT e.V. Dr.-Ing. Anika Bockisch nach der Veranstaltung.

Ziele von Bio-PAT

Das Kooperationsnetzwerk Bio-PAT verfolgt das Ziel, Kooperationen zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), Forschungseinrichtungen, Hochschulen und der Industrie aufzubauen, um die Marktposition und Innovationskraft der KMU zu stärken und die Sichtbarkeit der Mitglieder zu erhöhen. Durch gezielte Bündelung von Kompetenzen aus den Bereichen Sensortechnologie & Bioprozessmonitoring, Reaktordesign, Mikroelektronik sowie IT- und Softwareentwicklung sollen neue prozessanalytische Technologien für Bioprozesse zur Erschließung neuer Märkte entwickelt und deren Markteinführung beschleunigt werden.

Das zu 75 % mit Mitteln des Bundes und des Landes Berlin geförderte Bio-PAT-Netzwerk für KMU und Forschungseinrichtungen aus der Region Berlin-Brandenburg wurde vom Fachgebiet Bioverfahrenstechnik (FG BVT) der TU Berlin gegründet und umfasst derzeit 20 Mitglieder. Neben akademischen Mitgliedern wie der Universität Potsdam (Institut für Chemie, physikalische Chemie), der Beuth Hochschule für Technik (Fachgebiet Bioprozesstechnik), der Technischen Universität Berlin (FG BVT), dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. oder der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. (Institut für Biotechnologie und Wasser) sind verschiedene KMU Gründungsmitglieder. Mehr über den Bio-PAT e.V. ist zu finden unter www.bio-pat.org.

Quelle: KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH 

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige