UN-Klimakonferenz 2018

COP 24: Gemeinsame Lösungen suchen im Kampf gegen Luftverschmutzung

Wissenschaftler aus Deutschland werden zur UN-Klimakonferenz vom 2. bis 14. Dezember aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Luftverschmutzung vorstellen und zusammen mit dem Weltverband der Ingenieure über nachhaltige Lösungen diskutieren.

Holzheizungen in Deutschland. Die Zunahme privater Holzheizungen sorgt für lokale Probleme bei der Luftqualität und trägt auch zum globalen Klimawandel bei. © Tilo Arnhold, TROPOS

Fast 200 Staaten treffen sich zur alljährlichen UN-Klimakonferenz, die diesmal in Kattowitz, Polen, stattfindet. Beim "COP 24", dem 24. Klimagipfel der Vereinten Nationen, wollen die Forschenden des Deutschen Klimakonsortiums (DKK) mit ihrem Beitrag auf die globale Dimension der Luftverschmutzung aufmerksam machen und für gemeinsame Lösungen werben.

Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung in vielen Teilen der Welt schützen nicht nur die Gesundheit von Millionen Betroffenen, sie helfen auch, den Klimawandel zu bekämpfen und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen. Die Veranstaltung ist eines von über 100 Side Events zu Schlüsselthemen im Pavillon der Europäischen Union auf der UN-Klimakonferenz COP24, die im polnischen Katowice stattfindet.

Luftverschmutzung und Klimawandel stehen in einem engen Zusammenhang. Die Hauptquellen für CO2-Emissionen – die Gewinnung und Verbrennung fossiler Brennstoffe – sind wichtige Treiber des Klimawandels und außerdem eine bedeutsame Quelle von Luftschadstoffen. Darüber hinaus tragen viele Luftschadstoffe, die für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme schädlich sind, auch zum Klimawandel bei.

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Luftverschmutzung beeinflusst Klima vom Boden bis in die höheren Schichten

Atmosphären-chemische Prozesse erzeugen sekundäre Schadstoffe, wie z.B. Ozon und Feinstaub und beeinflussen dadurch die Menge des einfallenden Sonnenlichts und damit das Klima. Daher ist es wichtig, chemische Prozesse zu verstehen und langfristige Trends in der Atmosphäre zu beobachten. Seit über 15 Jahren werden im Rahmen der europäischen Forschungsinfrastruktur IAGOS (In-Service Aircraft for a Global Observing System) In-situ-Messungen für Treibhausgase (GHG) und kurzlebige Klimatreiber (SLCF) durchgeführt. „Die saisonalen Zyklen an der entscheidenden Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre (UTLS) zeigen im Allgemeinen ein Sommermaximum an Ozon (O3) und ein Frühjahrsmaximum an Kohlenmonoxid (CO) mit einem breiten Frühjahrs-/Sommermaximum an CO über Nordostasien. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass die Luftverschmutzung das Klima vom Boden bis in die höheren Schichten der Atmosphäre beeinflusst“, sagt Prof. Andreas Wahner vom Forschungszentrum Jülich.

Politischen Entscheidungsträgern die Bedeutung von Ruß verdeutlichen

Rußpartikel sind Bestandteil von Feinstaub und werden bei Verbrennungsprozessen freigesetzt – etwa durch Kraftfahrzeuge oder bei der Holzverbrennung. Die Verminderung von Rußemissionen schützt deshalb das Klima und verringert gleichzeitig die Luftverschmutzung. Gleichwohl ist politischen Entscheidungsträgern die Bedeutung von Ruß noch nicht vollständig klar. Eine Reihe politischer Prozesse auf nationaler und europäischer Ebene bietet jetzt aber die Gelegenheit, Rußemissionen wirksam und koordiniert zu reduzieren. „Fahrzeuge und häusliche Feuerungsanlagen sind in Europa die Hauptquellen von Ruß. Im Verkehrssektor ist die Reduktion der Emissionen durch Dieselfahrzeuge entscheidend“, sagt Dr. Kathleen A. Mar vom IASS Potsdam.

Trend zur Holzverbrennung in Europa

Die europäischen Projekte ACTRIS und EUROCHAMP werden von TROPOS kurz vorgestellt. Beide Projekte tragen unter anderem dazu bei, die Auswirkungen der Biomasseverbrennung zu erforschen, die sowohl die Holzverbrennung in Haushalten als auch Waldbrände haben können. Holzheizungen in Haushalten sind in jüngster Zeit in Europa immer populärer geworden und stellen einen wichtigen Faktor für die Luftverschmutzung dar, mit immensen gesundheitlichen Auswirkungen. Die Atmosphärenchemiker des TROPOS sind seit mehr als zehn Jahren in der Erforschung der Holzverbrennung tätig. „Die Holzverbrennung hat nicht nur einen wichtigen Anteil an der Luftverschmutzung im Winter, sondern trägt auch durch die Freisetzung von schwarzem Kohlenstoff, einem kurzlebigen Klimatreiber (SLCF), zu den Klimawirkungen bei. Bei der Reduzierung der SLCFs in Europa und weltweit muss es daher auch darum gehen, die Beiträge aus der Holzverbrennung zu verringern“, sagt Prof. Hartmut Herrmann von TROPOS in Leipzig.

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