DFG

Expertenkommission analysiert digitalen Wandel in den Wissenschaften

Eine neue Expertenkommission der DFG soll zu deren Positionierung zum Thema „Wissenschaft im digitalen Zeitalter“ beitragen. Die konstituierende Sitzung fand jetzt in Bonn statt.

Eine Expertenkommission soll den digitalen Wandel in Bezug auf die Wissenschaft in den Blick nehmen und daraus Handlungen für die Politik ableiten. © Fotolia, Sophie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will mit einer hochrangigen Expertenkommission den digitalen Wandel in den Wissenschaften in seinen unterschiedlichsten Dimensionen und möglichen Auswirkungen differenziert analysieren und reflektieren. Die mit elf Mitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Netzwelt besetzte Kommission soll zu einer grundsätzlicheren Positionierung der DFG zum Thema „Wissenschaft im digitalen Zeitalter“ beitragen.

Differenzierte und präzise Analyse erforderlich

„Die immer intensivere und umfänglichere Nutzung digitaler Technologien in den Wissenschaften und deren breit gefächerte Auswirkungen auf die grundlegenden Prozesse, Prinzipien und Rahmenbedingungen von Wissenschaft erfordern eine differenzierte und präzise Analyse und eine reflektierte Vorgehensweise, die der Wissenschaft in all ihren Zweigen gerecht wird“, sagte DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider, der Vorsitzende der Kommission. „Die Expertenkommission soll deshalb den digitalen Wandel, insofern er die Wissenschaften betrifft, in seiner ganzen Dynamik und in all seinen sowohl technischen, rechtlichen, finanziellen und organisatorischen als auch sozialen, ethischen und epistemischen Aspekten in den Blick nehmen.“

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Mitglieder der Kommission sind (in alphabetischer Reihenfolge): DFG-Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Frank Allgöwer, Systemtheorie und Regelungstechnik, Universität Stuttgart; Markus Beckedahl, netzpolitik.org e.V., Berlin; Prof. Dr. Folkmar Bornemann, Wissenschaftliches Rechnen, Technische Universität München; Prof. Dr. Thomas Dandekar, Bioinformatik, Biozentrum der Universität Würzburg; Priv.-Doz. Dr. Eckhard Elsen, CERN, Genf; Prof. Dr. Fotis Jannidis, Deutsche Philologie, Universität Würzburg; Dr.-Ing. Peter Leibinger, TRUMPF Laser GmbH + Co. KG, Ditzingen; Prof. Dr. Armin Michael Nassehi, Soziologie, LMU München; Prof. Dr. Kerstin Schill, Kognitive Neuroinformatik, Universität Bremen; Prof. Dr. Judith Simon, Ethik in der Informationstechnologie, Universität Hamburg.

Die nun konstituierte Kommission wird ihre Arbeit in vier große Themenblöcke gliedern. Dabei soll es zunächst um die „Prozesse von Wissenschaft und Forschung“ gehen, darauf aufbauend um Daten, Publikationen und Software als „Digitale Güter der Wissenschaft und ihre Bedeutung für die Wissenschaft als Sozialsystem“ sowie wiederum direkt anknüpfend um „Methoden und Wissenschaftsbegriffe“ und um „Digitale Methoden und wissenschaftliche Prinzipien“. Der Abschluss der Kommissionsarbeit ist für Ende 2019 geplant; danach wäre denkbar, die Arbeit in einer zukünftigen Senatskommission der DFG zum digitalen Wandel in den Wissenschaften weiterzuführen.

Die Expertenkommission ist Teil eines mehrstufigen Prozesses, mit dem sich die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungsorganisation für die Wissenschaft in Deutschland dem digitalen Wandel in Wissenschaft und Forschung stellen will. Neben ihr werden in einem mehrjährigen Strukturierungsprojekt in der Geschäftsstelle der DFG Handlungsmöglichkeiten für die Weiterentwicklung des Förderhandelns und seiner Instrumente sowie für die Beratung von Politik und Gesellschaft erarbeitet.

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