Früherer DFG-Generalsekretär verstorben

DFG trauert um Reinhard Grunwald

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) trauert um Professor Dr. Reinhard Grunwald. Der ehemalige Generalsekretär der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland ist am 21. März 2020 im Alter von 77 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben.

© DFG/Querbach

„Viele Weggefährten in der DFG, in der Wissenschaftspolitik sowie im gesamten Wissenschaftssystem erinnern sich an Reinhard Grunwald als einen höchst engagierten Generalsekretär und Menschen, der auch die leisen Töne beherrschte, um seine Anliegen zum Wohle der Wissenschaft vorzubringen. In diesem Sinne werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren“, würdigte die heutige DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker den Verstorbenen.

Reinhard Grunwald stand von Juni 1996 bis September 2007 an der Spitze der Geschäftsstelle der DFG. Am 21. August 1942 in Göttingen geboren, studierte er in seiner Heimatstadt sowie in München und Berkeley Rechtswissenschaften und hat 1974 in Göttingen promoviert. Danach war er an verschiedenen Stellen in Leitungspositionen in der Wissenschaftsverwaltung tätig, zunächst am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching, danach als Kaufmännischer Leiter des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen und schließlich ab 1984 als Kaufmännischer Vorstand am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

In den elf Jahren seiner Tätigkeit bei der DFG bildete Grunwald als Generalsekretär mit insgesamt drei Präsidenten den Vorstand der Förderorganisation, bis Ende 1997 mit dem Literaturwissenschaftler Professor Dr. Wolfgang Frühwald, von 1998 bis Ende 2006 mit dem Biochemiker Professor Dr. Ernst-Ludwig Winnacker und schließlich bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden mit dem Ingenieurwissenschaftler Professor Dr. Matthias Kleiner. In diesem Zeitraum verdoppelte sich der Haushalt der DFG auf fast 2 Milliarden Euro und stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle von rund 600 auf fast 800 an.

Anzeige

Unter Grunwalds Leitung wurde nach der internationalen Systemevaluation der DFG und der Max-Planck-Gesellschaft 1999 die Geschäftsstelle der DFG reorganisiert und modernisiert. Mit seinem ausgeprägten Interesse an Verfahrensfragen trieb Grunwald in den Folgejahren sowohl die Umstellung der Antragsbearbeitung auf elektronisches Verfahren als auch die Einführung des Fachkollegien-Systems im Begutachtungs-, Bewertungs- und Entscheidungsablauf der DFG voran.

Weitere wichtige Themen und Aufgaben während seiner Tätigkeit waren die stark zunehmende Internationalisierung von Forschung und Forschungsförderung und damit auch der Arbeit der DFG sowie die verstärkt aufkommenden Fragen zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten, die in der Erarbeitung der Standard setzenden „Empfehlungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ mündeten.

Bei seiner Verabschiedung aus dem Amt Anfang September 2007 wurde Grunwald in Anwesenheit von mehr als 150 Gästen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in der Bonner Redoute als einer der einflussreichsten und wirkungsvollsten Wissenschaftsmanager national und international, als „General mit leiser Stimme“ und als „Modernisierer mit Herz und Verstand“ gewürdigt. Auch nach seiner Pensionierung blieb Grundwald, vor allem als Geschäftsführender Vorstand des Zentrums für Wissenschaftsmanagement (ZWM) und als Honorarprofessor an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV), beide in Speyer, der Wissenschaft und Wissenschaftsadministration eng verbunden.

Quelle: DFG

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige