Informativ und praxisnah

LABO-Anwenderforum zur Umweltanalytik

Am 4. April 2019 findet in Darmstadt unter dem Motto „Fit for Lab“ das LABO-Anwenderforum Umweltanalytik statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Am 4. April 2019 findet in Darmstadt unter dem Motto „Fit for Lab“ das LABO-Anwenderforum Umweltanalytik statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich. © WBM/SKO

Beim LABO-Anwenderforum Umweltanalytik haben Teilnehmer die Möglichkeit sich bei Vorträgen und bei Workshops über aktuelle Entwicklungen für die Umweltanalytik zu informieren, Experten zu befragen und mit Herstellern von Analysengeräten und Labortechnik in persönlichen Kontakt zu treten.

Thema Gewässermonitoring

Der Mensch trägt ein großes Spektrum an Substanzen in die Umwelt ein, bewusst oder unbewusst. Da diese Substanzen häufig Umwandlungsprozessen unterliegen, spiegelt die gezielte chemische Analyse nach einzelnen Analyten nicht die Realität wider und unbekannte Umwandlungsprodukte entziehen sich den gängigen Messmethoden. Zweifel daran, ob derzeit die „richtigen“ Schadstoffe im Rahmen der Gewässer-Überwachung gemessen werden, sind daher angebracht.

"Das gegenwärtige Monitoring ist teuer, ignoriert den größten Teil der Schadstoffe und läuft den eigentlichen Problemen hinterher. Denn die meisten prioritären Schadstoffe sind längst vom Markt und durch andere sehr ähnlich wirkende chemische Substanzen ersetzt. Neue Stoffe auf die Liste zu bekommen, ist ein langwieriger politischer Prozess", so äußerte sich Dr. Werner Brack vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, UFZ, im Rahmen der Abschlussveranstaltung des europäischen Projekts SOLUTIONS im Sommer 2018. In dem Projekt wurden zahlreiche Werkzeuge, Methoden und praktische Lösungen erarbeitet, um vorrangig zu behandelnde Schadstoffe zu erkennen, das Risiko der Chemikaliencocktails zu bewerten und dazu beizutragen, die Schadstoffbelastung zu minimieren. Dem UFZ war die Leitung des Projekts übertragen worden und Werner Brack berichtet beim LABO-Anwenderforum Umweltanalytik über den Monitoring-Ansatz aus dem EU-Projekt zur Überwachung der Gewässerqualität.

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Von Hormonen und östrogenen Aktivitäten 

Chemikaliencocktails im Wasser sind auch Thema des Vortrags von Dr. Sebastian Buchinger von der Bundesanstalt für Gewässerkunde: Er erläutert, wie spezifische biologische Effekte der Umwandlungsprodukte mit biologischen Verfahren charakterisiert werden können. Dabei geht er insbesondere auf östrogene Aktivitäten von Abwasser ein und erläutert, wie sich diese mit hoher Qualität und Reproduzierbarkeit in Wasserproben ohne jegliche Probenvorbehandlung charakterisieren lassen. Die beschriebene Methode wurde im Rahmen des Verbundprojekts TREES entwickelt. Buchinger gibt einen Überblick über das Verbundprojekt und dessen Ergebnisse.

Von Hormonen und einer Nachweismethode basierend auf instrumenteller Analytik handelt der Vortrag von Fabian Itzel vom IUTA: Er beschreibt die ultrasensitive Bestimmung von Hormonen gemäß Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie mittels LC-MS/MS oder GC-MS/MS.

Mikroplastik und Nanopartikel: finden und charakterisieren

Mikroplastik in der Umwelt beschäftigt inzwischen viele wissenschaftliche Arbeitsgruppen. Neben der Identifizierung der Eintragsquellen stehen die Identifizierung und Charakterisierung der Mikropartikel selbst im Fokus. Das Thema Mikro- und Nanoplastik wird beim LABO-Anwenderforum gleich in mehreren Vorträgen behandelt: Christoph Bantz vom Fraunhofer IMM berichtet z. B. über eine kostengünstige Lösung zur Vor-Ort-Überwachung von Flüssigkeiten auf partikuläre Bestandteile im Nanometer-Bereich mit Hilfe eines Streulichtsystems. Daneben werden von Industrievertretern analytische Verfahren vorgestellt, so die FTIR-Bildgebung, die Raman-Spektroskopie oder die dynamische Lichtstreuung.

Quecksilber, TOC und Elemente bestimmen

In weiteren, z.T. parallel laufenden Vorträgen und in Workshops zu den Matrices Wasser, Klärschlamm oder Boden sprechen die ReferentInnen z.B. über die Analytik von Quecksilber und Quecksilber-Spezies und darüber, ob die TOC-Analytik besser online oder offline erfolgen sollte. Daneben erhalten die Teilnehmer anwendungsbezogene Tipps zur schnellen oTS-Bestimmung oder Elementbestimmung in Umweltproben. Eine universelle SOP für die Bodenanalytik nach EN-16170:2016 mittels ICP-OES 5110 wird zudem vorgestellt.

Reicht der Kanzerogenitätsindex KI alleine aus, um künstliche Mineralwollen (KMW) einzustufen? Referent Dirk Diederich vom IGR beantwortet diese Frage und informiert über chemische Analysen zur Einstufung von künstlichen Mineralwollen. Last but not least erfahren die Teilnehmer, warum Lösungsmittel in der (Umwelt-)Analytik ein Qualitäts- und ein Sicherheitsrisiko bergen und wie sie dieses Risiko minimieren können.

Informieren und Netzwerken für die Umweltanalytik

Die Veranstaltung richtet sich an Laborleiter bzw. Labormitarbeiter aus Auftragslaboren der Umweltanalytik, Mitarbeiter von Wasserversorgungsunternehmen und aus dem Gewässerschutz sowie Verantwortliche und beauftragte Personen für Umweltschutz in Industrie und Kommunen.

Die begleitende Fachausstellung bietet Anbietern von Labor- und Analysetechnik eine gute Gelegenheit, ihre Produkte und Lösungen einem kompetenten und interessierten Publikum zu präsentieren. Teilnehmer und Aussteller haben in mehreren Pausen die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten. Ein Get-together am Vorabend der Veranstaltung bietet ebenfalls die Gelegenheit für das Networking.

Informationen zum Programm, zur Anmeldung und zu Ausstellermöglichkeiten unter: www.fit-for-lab.de

Quelle: WEKA BUSINESS MEDIEN

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